Teams-Telefonie mit Operator Connect: So klappt der Umstieg ohne eigenen SBC
Die alte Telefonanlage im Serverschrank ist am Ende, und alle arbeiten sowieso schon in Teams. Dann liegt die Frage nahe: Warum nicht gleich darüber telefonieren? Hier steht, wie wir das bei unseren Kunden angehen.
Was Operator Connect eigentlich ist
Damit Teams ins normale Telefonnetz telefonieren kann, braucht es eine Verbindung dorthin. Früher hieß das meistens Direct Routing: Man stellt sich einen Session Border Controller (SBC) hin, betreibt ihn selbst und hängt den Telefonanbieter dahinter. Das funktioniert, ist aber noch ein Gerät, das gepflegt, gepatcht und überwacht werden will.
Bei Operator Connect übernimmt das der Telefonanbieter. Er ist direkt mit Microsoft verbunden, ihr bucht die Leitung bei ihm, und die Rufnummern tauchen im Teams Admin Center auf. Kein SBC vor Ort, keine eigene Hardware. Bei uns läuft das meistens über die Telekom.
Was ihr braucht
- Eine Teams-Phone-Lizenz für jeden, der telefonieren soll. Je nach Microsoft-365-Paket ist sie schon drin oder kommt als Zusatz dazu.
- Einen Vertrag mit einem Operator-Connect-Anbieter für Leitung und Rufnummern.
- Eine ordentliche Internetanbindung. Sprache braucht wenig Bandbreite, reagiert aber empfindlich auf eine wackelige Leitung.
- Notrufadressen für jeden Standort, damit ein 112-Anruf am richtigen Ort ankommt.
So gehen wir vor
- Bestandsaufnahme. Welche Rufnummern gibt es, wer klingelt wo, welche Sammelrufe, Ansagen und Weiterleitungen sind eingerichtet? Das steht selten vollständig irgendwo, also schauen wir in die Anlage selbst.
- Sonderfälle finden. Fax, Türsprechstelle, Alarmanlage, Aufzugnotruf, Frankiermaschine: Alles, was analog an der alten Anlage hängt, braucht einen Plan.
- Struktur in Teams bauen. Anrufwarteschlangen, automatische Telefonzentrale, Öffnungszeiten und Ansagen werden nachgebaut, gern gleich etwas aufgeräumter als vorher.
- Portierung. Der Anbieter zieht die Rufnummern um. Den Termin legen wir so, dass am Stichtag jemand von uns da ist.
- Umstellung und Einweisung. Headsets und Tischtelefone verteilen, kurz zeigen, wie Weiterleiten und Halten geht, und die ersten Tage eng begleiten.
Wo es in der Praxis hakt
Die Telefonie selbst ist selten das Problem. Schwierig wird es bei allem, was die alte Anlage nebenbei erledigt hat. Die Türsprechstelle ist der Klassiker: Früher hat es beim Klingeln auf dem Tischtelefon geläutet und man konnte die Tür per Tastendruck öffnen. In Teams geht das nicht einfach so, dafür braucht es eine eigene Lösung.
Ähnlich ist es bei analogen Geräten wie Fax oder Alarmanlage. Manche lassen sich über ein Gateway weiterbetreiben, für andere gibt es inzwischen bessere Wege. Wichtig ist, das vor dem Stichtag zu klären und nicht danach.
Operator Connect nimmt euch die Technik im Keller ab. Die eigentliche Arbeit steckt in der Bestandsaufnahme und in den Sonderfällen. Wer die ernst nimmt, hat am Umstellungstag wenig Stress.